13. November 2014 Jutta Krellmann, MdB, Pia Zimmermann, MdB

Solidaritätserklärung an die Beschäftigten der Ameos Kliniken in Hildesheim und Hameln

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ihr befindet Euch in der 3. Streikwoche und kämpft dafür, dass Tarifverhandlungen überhaupt geführt werden können. Allein dieser Punkt ist skandalös! Was müssen Beschäftigte denn noch alles tun, um Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen zu bewegen.

Einen solchen Umstand kann man als Aufkündigung der Sozialpartnerschaft verstehen. Seit der Ausweitung von Leiharbeit und des Niedriglohnsektors vor gut 10 Jahren werden die Tarifauseinandersetzungen schärfer geführt. Dabei weisen viele Untersuchungen nach, dass eben mitbestimmte Betriebe und Tarifverträge nicht nur die Produktivität erhöhen, sondern auch die Arbeitszufriedenheit und die Gesundheit von Beschäftigten positiv beeinflussen.

Die Verweigerungshaltung von Ameos ist für uns nicht nachvollziehbar. Eurer Durchhaltvermögen wird damit auf die Zerreißprobe gestellt. Wir stehen solidarisch an eurer Seite.

Arbeitgeber sind immer daran interessiert Belegschaften zu spalten. Das stellt auch der Film „WE want sex“, den ihr vergangenen Donnerstag gemeinsam geschaut habt sehr gut heraus. Lasst Euch jetzt und für die Zukunft nicht spalten, und seid weiterhin so kreativ wie bisher! Dass ihr heute zur Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen nach Hameln gekommen seid, ist ein eindeutiger Beleg für Eure Solidarität und Geschlossenheit untereinander.

Streiks sind legitim, demokratisch und eine soziale Errungenschaft in unserer Gesellschaft. Für alle Beschäftigten ist es eines der größten und wichtigsten Grundrechte überhaupt.

Wir wünschen Euch eine erfolgreiche Tarifauseinandersetzung und weiterhin viel Kraft.

Mit solidarischen Grüßen

Jutta Krellmann, MdB und Pia Zimmermann, MdB